Der Trauerfall Nokia

Das Unternehmen Nokia, wie es heute bekannt ist, wurde 1967 durch den Zusammenschluss von Finnisch Cable Works und der 1898 durch Eduard Polón gegründeten Gummifabrik etabliert. Das Unternehmen war bis 1987 ein “Gemischtwarenladen” der sich durch die Entwicklung des Mobria Cityman, dem weltweit ersten Handtelefons zum Weltkonzern heranwuchs. Durch die Selektierung des Produktportfolios, mit dem Schwerpunkt auf Telekommunikation, gelang es Nokia 1998 zum Handy-Weltmarktführer zu werden. Fortan produzierte Nokia Modelle weltweit von China über Mexico bis nach Rumänien.

Der einstige Handy- Weltmarktführer kämpft nach den Entwicklungen der letzten Jahre um sein Bestehen am Markt. Im Hinblick auf die Gewinn und Verlustrechnung ist klar ersichtlich, dass Nokia massive Einbrüche zu verzeichnen hat. Die Jahresentwicklung zeigt die negativ anhaltende Entwicklung des Konzerns. Allein zu Beginn des Jahres 2011 wies Nokia

einen Verlust von 929 Millionen Euro auf. Das ist ein Rückgang von 29,3% und ließ den Umsatz auf 7,35 Milliarden Euro sinken. Im Gesamtjahresüberblick verzeichnete Nokia Umsatzeinbußen von 40% ein. Dieser Trend setzte sich im Laufe des Jahres 2012 fort, und so sanken z.B. die Einnahmen in China um 70% im Vergleich zum Vorjahr.

Schwächen

 

Das Unternhemen hat aufgrund von strategischen Managementfehlern in den letzten Jahren große Marktanteile verloren. In den USA ist Nokia praktisch nicht mehr vertreten. Gleiches gillt für China und Japan. Der Markt in China brach im vergangen Jahr um 70% ein und in Japan verhält dies sich ähnlich. Zwar bestand in Japan nie eine große Nachfrage, was aufgrund der Konkurennzsituation mit dem Apple Iphone und dem einheimischen Hersteller Sharp dazu führte, dass Nokia am 13 Juli sich komplett aus diesem Markt zurück zog. Grund dafür ist das lange Festhalten am hauseigenen Betriebssystems Symbian. Es hatte im Vergleich zu anderen Betriebessystemen nur eine durchschnittliche Softwarequalität, forderte aber enorme Entwicklungkosten.

 

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10 comments

  1. Ich habe mir bei der Erarbeitung kleine Einteilungen gemacht, also sry für “Schwächen”

  2. Completely interesting topic! But the argument hear heads down into a hole: why not consider the alternatives: what might a manager do and learn from? Using Google Blog Search I found a number of interesting discussions, and below cite two:

    Blog: Battered ships – lessons from RIM and Nokia offers potentially interesting and relevant strategic management advice.

    A real strategic pivot has two distinct actions: a stop and a go (in a new direction). Moreover, a pivot occurs only when a strategic problem is identified and should not be mistaken for product development iterations.
    So what can RIM do? RIM could consider dropping its consumer segment and operating system and focus on the management of enterprise mobile devices systems, managing the security and data transfer capabilities of mobile devices of all operating systems for MNEs – a pivot.

    Pioneers at the frontiers of business deals not directly with Nokia, but offers a fabulous discussion of competitive advantages/disadvantages for firms like it:
    “Previously accepted business models for success are proving vulnerable, and pressure is building on giants like GE and Nokia, as their historic advantages of scale and efficiency run up against the benefits of agility and quick course corrections.”

  3. […] Der Trauerfall Nokia (martinhoffmeister) […]

  4. Hey Martin, erstmal Willkommen im Team.
    Ich finde Nokia ist ein super Beispiel, dass selbst ein großes, etabliertes Unternehmen durch das ,,Verschlafen” eines Trends, Unterschätzung des Konkurrenten & zu langsame Reaktion durch zahlreiche Entscheidungsebenen, hohe Einbuße erleiden kann.
    Vielleicht zum Belegen einiger Zahlen hilfreich: http://www.finanzen100.de/aktien/nokia-wkn-870737_H79316714_87087/
    Hier kannst du aktuelle Kurse finden & auch über die letzten Jahre. Nach einem Maximum der letzten 5Jahre Ende 2007, folgte ein (höchstwahrscheinlich mit dem Markteintritt vom apple iPhone zusammenhängender) immenser Einbruch des Marktwertes.
    Hier ist ein sehr überraschender Artikel von heute, welcher dich interessieren könnte, der auch zeigt wie schnell sich der Smartphone-Markt verändern kann: http://www.business-on.de/koeln-bonn/aktie-nokia-aktie-schlechte-aussichten-fuer-apple-und-samsung-_id35767.html

    Bin gespannt auf die weitere Entwicklung…

  5. julesproject · · Reply

    Hallo Martin,
    ein sehr interessanter Artikel und ich stimme J. Kommentar zu,“ dass selbst ein großes, etabliertes Unternehmen durch das ,,Verschlafen” eines Trends, Unterschätzung des Konkurrenten & zu langsame Reaktion durch zahlreiche Entscheidungsebenen, hohe Einbuße erleiden kann.“Der angeschlagene finnische Handy-Hersteller taumelt immer tiefer in die Krise und der Konzern verkauft wegen der scharfen Konkurrenz durch iPhone und etc. weniger Telefone als erwartet und somit tauchte auch die Aktie ab.
    Ich habe gehört, dass Nokia von Microsoft übernommen werden soll. Somit bin ich auf die Suche gegangen und auf folgenden Artikel gestoßen, der dich eventuell interessieren könnte?

    http://www.welt.de/wall-street-journal/article111178600/Warum-Microsoft-bald-Nokia-uebernehmen-koennte.html

    So wie es aussieht, ist Nokia an der Börse sehr günstig zu bekommen.
    Nokias Marktkapitalisierung liegt unter 10 Milliarden Dollar – bei einem Unternehmenswert von 4,5 Milliarden Dollar und einem Buchwert im Bereich des Aktienkurses.
    Da bei Nokia das Gerücht kursiert, das Microsoft den Konzern eigenhändig geschwächt habe, indem er dort erst einen neuen Vorstandschef einpflanzte und ihm dann Windows Phone 7 untergeschoben hat, ist die Stimmung nicht die beste. Um nun zu verhindern, dass die Nokia-Aktionäre auf die Barrikaden gehen, wird Microsoft wohl eine nennenswerte Prämie zahlen müssen.

  6. Hey Martin ich finde du hast einen sehr interessanten Artikel geschrieben.

    Nach den N-Series Produkten 2009 kamen leider keinerlei Neuerungen auf dem Markt. Symbian war zu sehr veraltet und die Anfänge mit Windowsbetriebsystem lief auch nur schwach an. Nokia setzte fortan auf standardisierte Modelle um eventuelle auch den Kundenkreis alter Leute anzusprechen aufgrund der Einfachheit der Bedienung.

    Dies war jedoch ein fataler Fehler, da der Markt nur durch Innovationen wächst. Ohne Innovation,
    kein Wachstum und somit auch kein Kunde. Möglicherweise hat sich Nokia auch während der Zeit auf Ihre Luxus-Mobilfunkmarke Vertu zu sehr ausgeruht und den Blick auf das wesentliche, das eigentliche Kerngeschäft im Hause Nokia verloren.

    Dennoch finde ich es gibt gute Erfolgschancen durch die neuen Modelle 820 und 920, welche man sogar kabellos laden kann. Ein Innovationsvorsprung in der Mobilfunkbranche!

  7. Hallo Martin,

    Der Fall von Nokia ist schon bemerkenswert. Nachdem es einige Jahre kein vorbeikommen an den Handys von Nokia gab, sind diese nun fast schon in Vergessenheit geraten. Abgesehen davon, dass Nokia aif das anscheinend falsche Betriebssystem gesetzt hat, würden mich weitere Managementfehler die mit Sicherheit gemacht wurden, interessieren.

  8. Danke erstmal für die vielen sachdienlichen Kommentare. Fakt ist in der Tat, dass 2 Faktoren massiv beigetragen haben. Symbian, das Betriebssstem der Nokia Telefone, und das Verschlafen des Smartphones Trends. Nokia setzt daher jetzt auf Widnows Mobile 8 , will aber bis 2015 an Symbian halten, und glänzt wieder mit Innovationen. Letzteres war seither die Stärke Nokias und könnte das Unternhemen wieder nach vorne bringen.

  9. Wenn man es sich mal überlegt, sind die meisten von uns wahrscheinlich früher mit einem Nokia-Handy aufgewachsen. Mein erstes Handy war Nokia und das war es bis vor wenigen Jahren.
    Als ich gerade auf diesen Artikel gestoßen bin, war ich erstaunt, von den Nokia-Smartphones noch nie etwas gehört zu haben:
    http://www.netz-trends.de/id/2087/Der-Untergang-der-grossen-Handymarke-NOKIA-Oyj–Zwei-neue-Touchscreen-Telefone-in-der-Asha-Linie-sollen-es-richten/

  10. Sehr spannender Post! Echt erschreckend wie sich ein Unternehmen vom Marktfüher, ich denke da an das legendäre 60er Reihe, zu einem Problemfall entwickeln kann. Ganz klare verlierer der Smart-phone Era, die eigentlich ausschließlich aus Samsung und Apple besteht. Interessant zu sehen wie Nokia nun versucht, durch stark angesetztes Marketing wieder Fuß in dieser doch so finanziell wichtigen Branche zu fassen.

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