Eine besorgniserregende Prognose…

Eine Zukunft ohne Bargeld?

Beraubung unserer

Freiheit?


Werden die Banken immer systemrelevanter & machen mobile Zahlungsmethoden Bargeld bald überflüssig?

 

Erst gestern gab es  ein interessantes Interview des Paypal-Präsidenten David Marcus in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Quelle: http://faz-community.faz.net/blogs/netzwirtschaft-blog/archive/2013/02/12/paypal-praesident-david-marcus-jeder-andere-anbieter-muss-sich-mit-uns-messen.aspx

Die Wirkung der Smartphone Revolution von Anfang an unterschätzt?

Mobile Applikationen auf dem Smartphone ersetzen das Laptop sowie den Rechner daheim und lassen diese mittlerweile schon altertümlich erscheinen.

Kaum jemand ahnte den riesigen Einfluss, welchen diese Geräte hinterlassen würden. Technik & Innovation auf exponentiellem Wachstumskurs, glaubt man den Worten von Herrn Marcus, so soll es in den nächsten 5Jahren am Ort des Einkaufs mehr Neuerungen geben als in den vergangenen 30 Jahren zusammen!

So wird der Kunde beispielsweise bald an einer Tankstelle einchecken können, wählt eine Zapfsäule per Mobiltelefon und bezahlt mit demselbigen.

Passen sich die Menschen nun etwa an die Technologie an?

Aus dieser Entwicklung würden immense Verhaltensänderungen resultieren, denn die Belohnung folgt in Form von Zeitersparnissen und der Zunahme an Bequemlichkeit, wie etwa durch den Wegfall des Schlangestehens.

Nichtsdestotrotz finden in Deutschland aktuell immer noch 58% der Zahlungen bar statt. Laut dem Paypal-Präsidenten jedoch, hat das mobile Bezahlen bereits den Durchbruch geschafft, dies belegt er mit folgendem Zahlenwerk:

  • 2012 gab es insgesamt mobile Transaktionen im Wert von 14Milliarden Dollar
  • 2011 waren es lediglich 3,9 Milliarden Dollar 

Zumal die Grenzen zwischen: online, mobile und offline immer mehr verwischen. Dafür braucht es wohl leider keines Beweises, beobachtet man nur einige Menschen auf den Straßen von Berlin und deren eher zombie-ähnlichere Wesensart, passiv der Umwelt gegenüber, den Kopf hängend zur Brust – aber das Smartphone immer im Blick!

Was dürfen wir erwarten? 

Apple als Vorreiter macht es in seinem Ladengeschäft vor: Die Kunden scannen den Barcode ein und verlassen mit dem Produkt den Laden. Keiner muss warten um zu bezahlen.

Nicht nur Startups, sondern auch zahlreiche Mobilfunkanbieter, werden nach und nach eine Palette an Bezahllösungen präsentieren. Jedoch funktioniert ein solches Geschäft nur auf die Masse und der Kunde muss erst überzeugt werden. Noch wichtiger aber die Händler, bei denen der Kunde letztendlich auch bezahlen kann.

Weiterhin stellt sich doch die Frage, wenn ein Smartphone mal kein Netz hat oder der Restakku nicht mehr standhält?

Breitbandverbindungen sollen überall verfügbar gemacht werden und schon jetzt gebe es Batterien, welche eine Woche halten würden.

Heißt es nun, es ist nur eine Frage der Zeit bis wir das Bargeld verabschieden?

Insbesondere in Hinblick auf die derzeitige demographische Entwicklung, welche die Altersurne tendenziell hinauf klettert und nicht zwangsläufig mit der mobilen App-Entwicklung Gleichschritt hält, als auch  die Jugendlichen und Kinder, welche ohne Erziehungsberechtigen keine Transaktionen tätigen dürfen, gibt es jedoch noch zahlreiche Bedenken.

Ist es nun wieder einmal viel heiße Luft um nichts oder wird unser Alltag bald so aussehen?

(Quelle: http://www.bild.de/geld/wirtschaft/zahlungsmittel/handy-wird-zur-kreditkarte-test-25428390.bild.html)

BILD.de-Reporter Alexander Hahn hat bereits  im Juli letzten Jahres einen Produkttest gemacht…

Für einen Tag ließ er den Geldbeutel zu Hause und zahlt nur mit dem Handy. Das Produkt – ein Chip der Targobank, sein Tagesablauf samt Reaktionen der Mitmenschen: 

8:12 Uhr: Ich treffe mich mit der Projektleiterin der Targobank Tine Vogt (38) bekomme meinen Chip und eine kurze Einweisung. Auf geht’s…

8:42 Uhr: Vor der Arbeit ein kurzer Frühstückseinkauf beim Supermarkt Kaisers: Zeitung, Kaffee, Saft und Brötchen. Bezahlen will ich mit dem Handy.

Die Verkäuferin scheint ähnlich nervös zu sein wie ich: Sie zieht meinen Einkauf am Scanner vorbei, auf dem Kassen-Display erscheint – wie sonst auch – der Betrag. Bis hierhin ist alles normal. Das Handy halte ich jetzt außen kurz an den Kreditkarten-Terminal. An der Kreditkarten-Station blinkt der Hinweis “Transaktion erfolgreich” auf und schon ist das Frühstück bezahlt.

9:18 Uhr: Ein kurzer Zwischenstopp an der Star-Tankstelle. Einmal volltanken für knapp 80 Euro. Weil der Betrag über 25 Euro liegt, muss ich zur Sicherheit noch einen Pin-Code eingeben.

Die Geheimzahl hab ich zusätzlich zur Kreditkarte erhalten. Sonst scheint es ähnlich zu funktionieren wie bei einer Kreditkarte: der Betrag erscheint, Handy kurz dranhalten und den vierstelligen Code eingeben. Auch hier keine Probleme, das Gerät bestätigt die Zahlung.

12:26 Uhr: Nach den ersten Stunden Arbeit knurrt mein Magen. Auf zum Mittagessen bei der italienischen Restaurant-Kette Vapiano.

Alles klappt problemlos, nur Kassiererin Sinem Karadenizli (23) ist skeptisch: „Geht zwar super schnell, aber irgendwie ist das schon ein bisschen befremdlich.“

16:52 Uhr: Feierabend! Ich bin total unterzuckert. Schnell zum Süßwarenladen Hussel, Pralinen besorgen. Dort ist die Verkäuferin ganz verdutzt. Bezahlen mit dem Handy? Das habe sie bisher ja noch nie gemacht, bittet mich um meine Hilfe. Nach einer kurzen Erklärung klappt dann alles.

17:09 Uhr: Weiter zu Douglas, ein Geburtstagsgeschenk für meine Freundin kaufen. Ich bin fündig geworden, die Bezahlung verläuft schnell und ohne Probleme. Die Verkäuferin wirkt routiniert, als würde sie es immer so machen.

17:32 Uhr: Ich brauche noch einen Urlaubs-Schmöker.

Die Mitarbeiterin der Thalia-Buchhandlung ist leicht irritiert, weiß nicht was sie mit meinem Handy anstellen soll. Sie will das lieber erstmal kurz mit ihren Kollegen besprechen. Nach Startschwierigkeiten verlasse ich dann aber mit meinem Buch den Laden.

18:13 Uhr: Der Kühlschrank zu Hause ist wie immer leer. Ich mache noch einen Abstecher zu Kaisers. Nachdem der Korb gefüllt ist, geht es zur Kasse. Auch dort: Skepsis.

Kassiererin Melanie Mundelius (42) ist nicht sicher, ob sich das kontaktlose Bezahlen durchsetzt: „Ob sich da viele rantrauen? Ich bin gespannt und lass mich überraschen. Für mich ist das nichts. Ich vertraue da lieber meinem Bargeld.“

Wie das ganze ohne Bargeld funktioniert, weiß sie aber trotzdem.

Fazit: Ich bin beeindruckt. Habe tatsächlich ohne große Zwischenfälle einen Tag lang ohne meinen geliebten Geldbeutel ausgehalten. Visitenkarten, Fotos, Bahn-Card – alles zu Hause gelassen. Die SMS erinnern mich zwar daran, was ich ausgegeben habe. Aber irgendwie ist die ganze Technik so abstrakt, dass man schnell vergisst, überhaupt bezahlt zu haben. Die nächste Kreditkartenabrechnung kommt bestimmt…

 

Was haltet ihr davon und vor allem was kommt danach?

Ich bin gespannt auf eure Kommentare! 

 

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3 comments

  1. Sehr spannender Post! Ich bin auf die Entwicklung des bargeldlosen Bezahlens in Deutschland sehr gespannt. In Korea, wo der technische Fortschritt ein viel höheren Stellenwert hat als in Deutschland, geschieht dieses schon seit Jahren – U-Bahntickets, Einkäufe etc können dort zu Lande einfach und schnell mit dem Handy erworben werden. Wegzudenken ist dieses System dort jedenfalls nicht mehr…

  2. Wow, danke 🙂 Super Artikel. Ich frage mich dennoch, wie das mit Kindern & insbesondere der älteren Generation funktioniert. Zumal die Ausgaben immer unkontrollierter werden, dass zeigt auch eine Infografik, die ich eben gefunden habe: http://cdn.infographicsarchive.com/wp-content/uploads/2013/01/mobile-merchant.jpg

    Ich bin mehr als gespannt wo das alles hinführen wird.
    Weißt du zufällig wie es in Korea mit den Jüngeren aussieht? Prepaid wäre natürlich eine Option, aber wenn sie immer gleich alles bekommen, was sie wollen, müssen ja die Ausgaben ins unermessliche steigen und freut man sich dann überhaupt noch über etwas?

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