immer mehr Gesundheit für immer mehr

Wachsende Gesundheitswirtschaft
Die Gesundheitswirtschaft stellt in Deutschland einen erheblichen Anteil an der gesamten
Volkswirtschaft dar und ist im Gegensatz zu anderen Branchen weitgehend unabhängig von
konjunkturellen Entwicklungen. Im Jahr 2007 waren rund 4,4 Millionen Menschen im
Gesundheitswesen beschäftigt. Somit arbeitet mehr als jeder zehnte Arbeitnehmer in
Deutschland im Gesundheitswesen (Quelle: Statistisches Bundesamt 2009). Der gesamte
Gesundheitsmarkt erreichte 2007 ein Volumen von 252,8 Milliarden Euro, das entspricht
einem Anteil von 10,4% am Bruttoinlandsprodukt. 11% des Marktvolumens bzw. 27
Milliarden Euro entfielen auf ambulante Pflegedienste und Pflegeheime. Die Pflege ist damit
in ihrer Bedeutung an vierter Stelle hinter Krankenhäusern, Arztpraxen und Apotheken
einzuordnen.

Für die nächsten Jahre wird aufgrund des demografischen Wandels und des gestiegenen
Gesundheitsbewusstseins in der Bevölkerung von überproportionalem Wachstum in der
Gesundheitswirtschaft ausgegangen. Laut einer Studie des Instituts der deutschen
Wirtschaft Köln, soll das Umsatzvolumen in der Pflege von geschätzten 50 Milliarden Euro
im Jahr 2020, auf 62 Milliarden Euro in 2030 und schließlich 85 Milliarden Euro im Jahr 2050
steigen.

Aufgrund des wachsenden Anteils älterer Menschen in der Bevölkerung prognostiziert das
Statistische Bundesamt rund 50 Prozent mehr Pflegebedürftige in Deutschland in ca. 20
Jahren und bis 2050 dürfte sich ihre Zahl gar verdoppelt haben – auf ca. 4,5 Mio. Menschen.
Nach Expertenschätzungen wird sich in diesem Zeitraum ein Bedarf von bis zu 400.000
zusätzlichen Vollzeitstellen für Pflegekräfte auftun.

Pflegebedürftigkeit in Berlin
Nach Angaben des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg erhielten 107.917 BerlinerInnen bis
zum Jahresende 2011 Leistungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz. Das entspricht
einem Anteil von 3,1 Prozent an der Berliner Bevölkerung. Die Mehrheit der
Pflegebedürftigen waren mit 65,2 Prozent Frauen. Das Risiko, pflegebedürftig zu sein, steigt
mit zunehmendem Alter. So waren 79,6 Prozent der Pflegebedürftigen 65 Jahre und älter
und fast jeder Dritte 85 Jahre und älter. Der Anteil der Pflegebedürftigen betrug im
Dezember 2011 in der Altersgruppe von 70- bis unter 80-Jahren 8,2 Prozent, er stieg bei
den über 90-Jährigen auf 58,6 Prozent.

Bei 24,5 Prozent der pflegebedürftigen Menschen erfolgte die Pflege zum Teil oder
vollständig durch ambulante Pflegedienste. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl in der
Zielregion bedeutet dies statistisch, dass in den drei Berliner Stadtbezirken rd. 28.500
pflegebedürftige Menschen wohnen und hiervon rd. 7.000 Leistungen mobiler Pflegedienste
in Anspruch nehmen.

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4 comments

  1. achso auch hier ist meine Quelle die MediPro UG

  2. Da stellt sich wohl die Frage der Finanzierbarkeit der Pflegebedürftigen in der Zukunft. Da diese ja wie du beschrieben hast von Jahr zu Jahr mehr werden. Einher geht das mit dem demografischen Wandel. Insgesamt muss wohl beantwortet werden wie der Topf der Sozialversicherungen in Zukunft gefüllt werden wird und vor allem von wem?

  3. Traurigerweise ist es so, dass es ratenswert ist möglichst keine Rücklagen zu haben. Pflege geht sehr schnell ins Geld… Bei einer Pflegestufe 2 mit SGB 5 und SGB 11 kann man schnell mal mit 3000 Euro rechnen ( pro Monat) . So werden schnell die Ersparnisse aufgefressen…….

  4. Hey Martin,

    ich finde dieser Post harmoniert sehr schön mit deinem vorherigen Post: https://kotics.wordpress.com/2013/01/15/die-natur-heilt-und-der-arzt-hilft-der-natur/

    “Das Risiko pflegebedürftig zu sein, steigt mit zunehmendem Alter” und mit zunehmenden gesundheitlichen Problemen, immer früher. Dem Staat bleiben kaum Alternativen. Senken kann er die Ausgaben für ein Problem, dass in der Gesellschaft so allgegenwärtig ist kaum. Ich denke aber auch, dass vor einigen Jahrzehnten in der Bevölkerung noch keine Sensibilisierung vorherrschte. Die heutige Generation setzt sich mit dem Thema Gesundheit sehr intensiv auseinander, was sich einerseits darauf auswirken kann, dass es dieser Generation auch im hohen Alter noch gut gehen wird. Philipp hat recht, die Frage wer für diese Umverteilung später verantwortlich ist und sie finanzieren soll, hat ihre Berechtigung. Zum Glück studieren wir alle an der HWR und haben somit eine gute Ausgangslage, um uns eine finanziell ertragreiche Zukunft aufzubauen 😉

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